Standing Ovations für die Wahrheit

Lonnie Bunch, der scheidende Sekretär der Smithsonian Institution, lässt den Vorwurf, seine Museen seien anti-amerikanisch, nicht auf sich sitzen. Bei seinem Auftritt im National Museum of African American History and Culture in Washington an diesem Freitag erntete Bunch tosenden Applaus, nachdem er sich gegen Anschuldigungen wegen politischer Voreingenommenheit gewehrt hatte.

"Die Vorstellung, dass dieses Museum oder irgendein Teil des Smithsonian von Leuten betrieben wird, die Amerika nicht lieben oder sich nicht für Amerika interessieren, ist unfassbar falsch", sagte Bunch vor dem Publikum. Zur Einordnung: Er war der Gründungsdirektor dieses Museums und tritt zum Jahresende von seinem Posten als Sekretär zurück.

Die Lage spitzt sich zu: Politischer Druck

Das hier ist nicht nur eine harmlose Meinungsverschiedenheit; der Druck ist mittlerweile extrem krass. Die Trump-Administration setzt das Smithsonian massiv unter Druck, bezeichnet dessen Führungskräfte als "radikale Aktivisten" und hat eine umfassende Prüfung der Ausstellungsinhalte im Vorfeld des 250-jährigen Jubiläums der Nation angeordnet. Trump selbst bezeichnete die Institution auf Social Media als "außer Kontrolle" und behauptete, sie fokussiere sich zu sehr auf die negativen Aspekte der amerikanischen Geschichte statt auf die Sonnenseiten.

Doch für Bunch gehören beide Seiten untrennbar zusammen. "Man kann die Größe eines Landes nicht verstehen, ohne die Gesamtheit des Landes zu begreifen", sagte er. "Man kann nicht alles verstehen, ohne auch die dunklen Ecken zu beleuchten. Kuratieren bedeutet: Lasst uns Licht ins Dunkel bringen. Lasst uns die Wahrheit sagen."

Warum das wichtig ist

Er argumentiert, dass die Sklaverei ein fundamentaler Teil der amerikanischen Geschichte ist, der einen Platz im Zentrum verdient. Trotz der Versuche der Administration, das Narrativ umzuschreiben – inklusive der Anordnungen, Warnschilder in der Nähe des National Museum of American History anzubringen, und Drohungen gegen andere kulturelle Stätten – hinterlässt Bunch ein Vermächtnis unabhängiger Forschung.

Während der Veranstaltung kündigte die Fernsehproduzentin und Vorstandsmitglied Shonda Rhimes sogar eine Spende von 1 Million Dollar für einen neuen Stiftungsfonds zu seinen Ehren an. Real talk: Bunch bleibt bei seiner Haltung, dass das Museum ein "Leuchtfeuer der Möglichkeiten" ist, das nirgendwo hingeht. Er macht lowkey deutlich: Egal, wie die politische Stimmung ist, die Wahrheit in diesen Gebäuden ist für die Ewigkeit gedacht.